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FSK bei Büchern

Eine Altersbeschränkung bei Filmen ist bereits Pflicht und nun könnte diese Regelung auch bei Büchern eingeführt werden. Die Meinungen über die gesetzliche Einführung spalten sich, aber schließlich steht die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen an erster Stelle. Zwar findet man längst die so genannten Empfehlungen in der Beschreibung der Bücher, aber das gilt lediglich als Vorschlag für die Leser. Daran können sich die Jugendlichen bloß orientieren, damit der Lesestoff auch ihrem Alter entspricht. Natürlich aber werden die verschiedenen Buchrubriken nicht umsonst in Genres eingeteilt. Dadurch werden sowohl Missverständnisse, als auch lange Suchereien vermieden. Die Alterbeschränkung wäre neu und würde ausschließlich dem Jugendschutz dienen.

Wie ist eure Sicht zu Alterbeschränkungen bei Büchern? Findet ihr die Idee sinnvoll?
Diskutiert mit uns über eure Meinung!

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Meines Erachtens nach wäre eine gesetzliche Altersbeschränkung bei Büchern im Endeffekt ineffektiv, denn das greift ja nur auf dem Wege des Erstvertriebs. Den Verkauf gebrauchter Bücher wird man so kaum kontrollieren können. Das gilt im überigen auch für Filme.
Letztendlich bedeutet Reglementierung auch immer Gleichmachung. Das kann in manchen Bereichen vielleicht von Vorteil sein, in vielen Fällen finde ich die Reglementierungswut in Deutschland aber auch übertrieben. Gerade im Umgang mit Kindern/Jugendlichen scheint mir Verantwortungsbewusstsein und Fingerspitzengefühl ein besserer Weg als platte Verbote. In einer idealeren Welt würde man vermutlich mehr in die Ausbildung dieser Eigenschaften investieren, statt dem "mündigen Bürger" immer mehr zu verbieten.

Meine ersten "richtigen Bücher" (ab 1. Klasse, konnte schon vor Schulstart flüssig lesen) waren übrigens aus Hexer von Salem-Reihe von Hohlbein. Sicher auch keine typische Kinderlektüre. Jedoch bezweifle ich, dass mich "Conni wird eingeschult" so hätte begeistern können.
noniboni    10.05.2013 - 21:00 h
2 Stimme(n)

Ich kann mich der Meinung von Patrick und Hisui nur anschließen.

Die eigene Fantasie ist besser als jeder Film. Ein Kind oder Jugendlicher spinnt sich total schockierende Bilder zusammen wenn er etwas brutales oder sexistisches liest und verarbeitet es dann dementsprechend auch anders.

Hurra, endlich mal wieder ein Thema, zudem ich gerne was poste. :D

Bisher gab es ja für Bücher nur Altersempfehlungen, bis auf einige Ausnahmen bei Mangas, die dann eingeschweißt und mit einem entsprechenden Alterssticker versehen waren.
Altersempfehlungen sind natürlich gut, da man damit eine Richtlinie hat, ob das Buch vielleicht schon geeignet ist oder man doch noch ein wenig damit wartet.

Eine Altersbeschränkung würde ich bei dem ein oder anderen Buch dennoch als sinnvoll erachten.
Als Paradebeispiel fällt mir der "Erotik"roman "50 Shades of Grey ein", indem es um SM geht, was definitiv nicht von jüngeren Lesern gelesen werden sollte, zudem die meisten Darstellungen total realitätsfern sind und einfach ein falsches Bild vermitteln würden.

Als Schutz der minderjährigen Leser würde ich eine Altersbeschränkung empfehlen, würde es aber auch nicht als Abschreckung für neue Leser sehen, da man ja mit dem Erreichen des Alters das Buch immer noch lesen kann.

Der Post von Patrick ist perfekt!
Dieser Meinung bin ich auch und das angeführte Beispiel mit den Tributen von Panem ist gut geschrieben; wenn der Film bei einer 1:1 Verfilmung einen Grad über der Buchempfehlung erreicht, sollte darüber nachgedacht werden, ob das Buch diese Altersempfehlung wirklich verdient.
HisuiHaru    08.05.2013 - 10:18 h
5 Stimme(n)

@tom14:

Kann man als Bevormundung oder als Schutz sehen. Aber bei Filmen ist es doch genauso, zu explizites wird eben ab einem höheren Alter freigegeben, seien es Sex- oder Horroszenen, alles, was man einem Kind/Jugendlichen unter einer gewissen Reife nicht zumuten möchte - da sich der Reifegrad unterscheiden kann, muss nunmal ein grobes Alter her.

Warum sollte es im Buchmedium nicht eben solche Richtlinien geben? Oder findest du, dass jedes Kind jedes Buch bedenkenlos lesen/kaufen können sollte? Das sehe ich auf jeden Fall anders, führe ich gleich auch gerne noch detaillierter aus.

Ich finde den Schutzgedanken hier doch wichtiger als nicht genügend Nachwuchs an Leserchaft zu gewinnen.


Generell:

Man muss sich also schon die Frage stellen, ob es jedem Kind weiterhin möglich sein sollte in eine Buchhandlung zu gehen und sich ein x-beliebiges Buch zu kaufen, in dem z. B. explizite Gewaltdarstellungen beschrieben werden - denn gerade in Büchern können gewaltätige Szenen sehr ausführlich und sehr brutal beschrieben werden und das über viele Seiten hinweg.

Und wer von uns hat nicht beim Lesen den entsprechenden Film im Kopf ablaufen? 5 Sekunden im TV oder auf 5 Seiten im Buch, ich weiß nicht was schlimmer ist. Ich mag solche Darstellungen weder in dem einen, noch dem anderen Medium, vielleicht wäre es sogar für mich noch eine Art Warnhinweis, wenn man noch in einer Tabelle die Begründung für die Einstufung sieht, das war damals bei britischen VHS-Kassetten auch immer drauf: "Violence: occasional, high | Sex/Nudity: none | Language: mild".
Dann weiß man auch wenn man über 18 ist, was einen grob erwartet. Bei hoher Gewalt würde ich wahrscheinlich schon eher die Finger davon lassen und jemandem unter 18 gibt die Verkäuferin sowas eben nicht mehr heraus, dann soll eben die Mutter mitkommen, es dem Kind kaufen und dafür gerade stehen.

Müssen Kinder denn tatsächlich Bücher in die Finger bekommem, in denen Körperteile abgefetzt werden und das Blut nur so spritzt?

Warum darf man z. B. "Battle Royale" erst (zu recht) ab 18 sehen, das Buch kann sich aber jeder kaufen? Weil man glaubt im Buch ist die Darstellung der sich gegenseitig abschlachtenden Schüler weniger brutal? Sehe ich anders, weder Buch noch Film ist - weder in Sachen Gewalt-/Blut-/Grausamkeitslevel noch der verstörenden Thematik - für Kinder geeignet.

Und es gibt da noch mehr Beispiele, durchaus auch aktuelle. Nehmen wir die Tribute von Panem, eine Einstufung ab 12 müsste ich auch eher verneinen, ab 14 wäre ich da milder gestimmt - das ist auch die Verlagsempfehlung -, ab 16 fände ich aber besser - zumindest, was den dritten Band angeht. Da "fetzt" ja auch einiges weg. Zweites Beispiel aus dem Finalband verkneife ich mir wegen Spoilergefahr. Finde da schon so einige bedenkliche Stellen. Ich bewerte da ja auch nicht den recht einfachen Schreibstil oder die dicke des Buches, sondern explizite Darstellungen, bei denen wie ich finde schon eine Entscheidung stattfinden müsste.

Und "alle Welt" regt sich über wackelnde Kameras auf im ersten Film. Die sind ja auch nicht umsonst da, anders wären gewisse Szenen nicht mt "ab 12" durchgekommen, wäre das Buch inkl. aller brutalen Sachen so verfilmt, hätte auch der Film ein klares "ab 16" erhalten. Film 3 wird sicherlich ziemlich zensiert sein, damit er ab 12 durchgehen wird - und spätestens da muss man sich fragen: Als Film kommts, wenn man 1:1 verfilmt, nicht unter 16 Jahre durch, als Buch geht das aber? Wieso?

Ich weiß ja nicht, wieviele Kiddies nach dem ersten Film dann noch von Mami und Papi Band 2 und 3 bekommen haben, die Eltern wissen nach dem Kinofilm doch gar nicht, welcher Grad an Brutalität im Buch vorkommen kann und wo es noch hinführt, wenn man ohnehin wie die meisten gar nicht bemerkt, welche Thematik herrscht und das man als Zuschauer gerade genauso der Buhmann ist.
Natürlich ist es schön, dass die Kiddies dann angeregt werden zu lesen, aber ich habe schon am Ende mal heftig geschluckt und das Buch kurz angewidert weggelegt. Mag ja sein, dass ich da jetzt empfindlicher bin als ein 12-jähriger ;o) Ich muss ja keine Einstufung entscheiden, aber ich weiß, was ich Familie und Bekannten erst ab einem gewissen Alter empfehle und was lieber gerade noch nicht passt.

Es sei natürlich dahin gestellt, wie gut so ein System sich generell durchsetzen lässt, Schlupflöcher, große Brüder etc. gibt es immer, darüber brauchen wir nicht zu reden, genausowenig, dass die Eltern in der Pflicht sein sollten aufzupassen, was die Kinder schauen und eben auch lesen - aber für den Großteil könnte so durchaus ein gewisser Schutz entstehen.

Ich habe selbst schon "Jugendbücher" gelesen, bei denen ich mich gefragt habe, warum sie für Jugendliche ab 12 angepriesen werden, sei es ob des zu ernsten/komplizierten/verstörenden Themas oder der expliziten Gewaltdarstellung. Zumindest sollte in ersterem Fall wenigstens dann ein Hinweis mit dabei sein, dass die Eltern das auch lesen um mit dem Kind dann drüber zu sprechen, statt es mit schwer verdaulichen Themen alleine zu lassen.

Als letztes Beispiel nehmen wir doch noch ganz kurz "Neal Shusterman - Vollendet", es wird auch empfohlen ab 14, da hatte ich beim Lesen schon teilweise bedenken. Vielleicht ist man mittlerweile auch einfach abgebrühter mit 14 als ich es damals war, aber selbst mir ist auf einigen Seiten dann doch etwas flau geworden (auch hier damit kein Spoiler entsteht keine Ausführung, wers kennt wird wissen, was ich meine) und generell ist die Thematik des Buches auch nicht sonderlich leicht verdaulich, wenn sie denn ankommt. Die Thematik könnte ich noch ab 14 durchgehen lassen, bei einer anderen Stelle würde ich aber gerne den Autor fragen, ob das so sein muss, der Rest des Buches ist da ja eher harmlos, aber dann plötzlich so ein Klopper.

Wenn ich darüber nachdenke muss ich sagen: Warum nicht, es hat mehr Vorteile als Nachteile und die Nachteile wären, soweit sie mir gerade einfallen, finanzieller Natur (evtl. etwas weniger Verkaufszahlen, wenn nicht mehr alles von jedem kaufbar ist). Man sollte evtl. auch nicht die bisher bestehenden FSK-Alterstufen übernehmen, sondern durchaus im Abstand von 2 Jahren einstufen können.

Was meint ihr, sehe ich das zu streng?
Bin ich schon einer dieser Spießer geworden, die ich früher auch nicht ausstehen konnte, weil sie alles auf eine FSK-Stufe gesetzt haben, in der ich mich noch nicht befand? ;o)

Wie ist denn Eure Meinung zur Alterseinstufung für Bücher?
patrick    08.05.2013 - 02:24 h
7 Stimme(n)

Ein wenig gesunder Menschenverstand reicht. Offizielle Altersbeschränkungen bei Büchern sehe ich als Bevormundung.

Vielleser werden sich durch offizielle Altersbeschränkungen nicht von den Büchern abhalten lassen, die sie gerade als spannend ansehen.

Wenigleser sind oft sogar mit den für ihre Altersgruppe empfohlenen Lektüre überfordert.

Seit Jahren wird sich darüber mokiert, daß von vielen zu wenig gelesen wird. Mit diesen Plänen werden alle Bemühungen, Lesemuffel von Büchern zu begeistern, ad absurdum geführt.

Ich hoffe, die Pro-Buch-Lobbyisten werden reihenweise mit Schadensersatzforderungen gegen solche Pläne vorgehen.
tom14    07.05.2013 - 20:23 h
3 Stimme(n)



 
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