Das Top-Thema der Woche
Top-Thema ArchivStreiks in Deutschland
Seit einigen Wochen wird in vielen Teilen Deutschlands bei Bahn, Post, Piloten, Kitas und in Metall- und Elektroindustrie gestreikt. Schon jetzt, so sagen Experten, wird das laufende Jahr eines der größten Streik-Jahre überhaupt. Neben den entstehenden Kosten im Milliardenbereich, gibt es auch wütende Bürger und ein negatives Image für die Konzerne. Aber warum setzen Menschen ihren Arbeitsplatz und somit ihr Gehalt aufs Spiel? Die Lokführer werden als größenwahnsinnig beschimpft, die Piloten als gierig, bei den Erziehern haben viele Leute Verständnis. Aber jetzt, wo auch noch die Mitarbeiter der Post streiken, fragen sich viele Bürger wieso und warum. In erster Linie merken wir als Bürger von dem Streik der Post kaum was. Das liegt daran, dass die Post alles tut um den Kunden nicht am Streik "teilhaben zu lassen". Sie setzt Beamte der ehemaligen Bundespost ein und stellt Leiharbeiter aus Deutschland und dem Ausland ein damit alles so läuft wie bisher. Genau hier liegt das Problem, denn die neuen Mitarbeiter arbeiten für 49 Regionalunternehmen, welche die Post seit Anfang des Jahres unter dem Namen "Delivery" laufen lässt. Die Mitarbeiter der Regionalunternehmen werden also nicht nach dem Posttarif bezahlt sondern nach dem Tarif der Speditions- und Logistikbranche. Das heißt gleiche Arbeit und dafür weniger Lohn. Die Gewerkschaft Ver.di fordert in erster Linie, dass die Mitarbeiter der 49 Regionalgesellschaften nach dem Haustarif bezahlt werden. Also kämpfen die streikenden Postboten nicht nur für sich selber sondern auch für die schlechter bezahlten Kollegen.
Die Reallöhne sinken seit 20 Jahren. Die EU wird durch Lohndumping mit billigen deutschen Waren überschüttet. Deutschland zerstört den Euro. Die Löhne müssen steigen, damit das aufhört.
Also muss viel mehr gestreikt werden!
Also muss viel mehr gestreikt werden!
So lange in Deutschland die reichsten 10 Prozent der Bevölkerung circa 60 Prozent des Vermögens besitzen, die ärmsten 60 % jedoch nur 6 %, kann sowieso überhaupt nicht genug gestreikt werden, um solchen Missständen durch gerechtere Löhne entgegenzuwirken.


