Kein Mitglied? Hier kostenlos anmelden!
Kostenlos anmelden.

alex19 hat Elfenreigen als Freund markiert.
alex19 hat Eela als Freund markiert.
alex19 hat Brieftaube99 als Freund markiert.
JuCi
hat ein
neues Foto.
RobdeRob
hat ein
neues Foto.
RobdeRob
hat ein
neues Foto.
RobdeRob
hat ein
neues Foto.
RobdeRob
hat ein
neues Foto.
nasche50
hat ein
neues Foto.
alex19 hat DieTraeumerin19 als Freund markiert.
Nikta hat Anin42 als Freund markiert.
Nikta hat Roxy57 als Freund markiert.
alex19 hat Stanislav als Freund markiert.
Humorvolle hat RobdeRob ins Gästebuch geschrieben.
Lucy0903 hat Loewe411 als Freund markiert.
Wäre auch langweilig, wenn alles klappen würde.
schönen Sonntag#
Leute mit Mut und Charakter sind den anderen Leuten immer sehr unheimlich.

Dein kostenloses Profil bei brieffreunde.de


Solltest du noch kein Profil bei brieffreunde.de haben, kannst du dir hier eines anlegen um alle Möglichkeiten der großen Community zu nutzen.

Brieffreunde auf der ganzen Welt finden


Suche in aller Welt. brieffreunde.de hat viele Sprachen: deutsch, englisch, italienisch, polnisch und tschechisch.

Grüppchenbildung
für alle


Gründe Gruppen oder tritt anderen bei! Schau dir an, welche Gruppen schon auf brieffreunde.de online sind oder gründe selbst eine!

Philobatico
Brieffreunde gesucht:
Zuletzt hier: 16.04.2024Mitglied seit: 05.11.2023Geburtstag: 21.3.1962 (62)

Blog-Einträge von Philobatico
24.03.2024 - 15:04 h Reisen bildet
Frühjahr 2024, nächtliche Notizen in Wasserburg am Inn
Mein Fenster steht offen, kühl streichen nachts die kalten Alpenwinde vorbei. Draußen ist es still geworden, der lärmende Verkehr ist in den geschlossenen Garagen und Hinterhöfen der Hausbesitzer abgeflaut. Aus meiner Anlage sprudeln listige Texte über die Friedhofsruhe in den Wohnzimmern. Unverdächtig klingende Gitarrenakkorde verebben auf dem totenstillen Platz vor meinem Haus. Die Nachbarn stören sich höchstens an der Lautstärke, nicht jedoch an den Wortlaut der Zeilen, die von dunklen Zeiten des Landes erzählen. Schwarze Baumgerippe neigen sich bedrohlich meinem Schreibtisch zu, die am Rand des Platzes stehen, den eine Bronzestatur besetzt hält und Kindern das Spielen nicht erlaubt. Tagsüber verleiht der Schlachtenheld in grüner Patina den Bürgern das beruhigende Gefühl, auf der Seite irgendeines triumphalen historischen Sieges zu stehen, hier, mitten in Wasserburg.
Ein Märchenland? Ganz verkehrt ist die Bezeichnung nicht, angesichts dessen, was der weltabgewandte König Ludwig II der bayerischen Mentalität vererbt hat. Statt Kriege zu führen, ließ er prunkvolle Märchenschlösser bauen. Diese Form der Steuerverschwendung, die vielen Söhnen des Landes einen Bauchschuß erspart hat, sollte löblich in der Landeschronik erwähnt werden.
Heute saß ich in einem Wasserburger Lokal über einen Gedanken, den mir eine Binsenweisheit eingebrockt hat, auf die ich leichtfertig gehört habe. ,,Reisen bildet‘‘ - glauben die Daheimgebliebenen. ‘Die dümmsten Bauern ernten die dicksten Kartoffeln‘ wissen Akademiker in den Städten, die niemals einen Acker betreten haben. Der Bauer weiß es besser, er kennt die Tücken der Naturbeherrschung und erinnert sich an die Kartoffelkäferplage, die der Elterngeneration die Ernte ruiniert hat, besser wie kein anderer. Andererseits wiederum weiß er nicht viel Gescheites über den Welthandel, den er für einen Frevel hält. Bauernweisheiten sind offenbar etwas, von dem die Bauern am wenigsten wissen und der Globalisierungswandel etwas, wovon wiederum der verbildete Akademiker nicht viel weiß.
Bildet Reisen? Was nutzt es unserem Wissensstand, in der Fremde auf einer Plaza zu stehen, dessen Namen und Geschichte wir nicht kennen. Jemand, der es zu Hause nachliest, weiß mehr.
Nehmen wir den Protagonisten einer Geschichte, die sich in den USA zugetragen hat. Überliefert in der Reiseerzählung und dem gleichnamigen Film ‘Into the wild. Ein Aussteiger, Student, Anfang zwanzig, frisch diplomiert, begibt sich nach der Universität auf zwei existentialistische Reisejahre quer durch die USA, die tragisch in der rauen Wildnis Alaskas enden. Als er aufbrach, wollte er nichts Genaues wissen über die Natur, der er sich überließ. Er lehnte es ab, sich mit den menschenleeren Canyons, Gebirgen und Wäldern zu befassen, kannte weder die eßbaren Pilzarten noch die genießbaren Beerensorten, wußte nichts von Heilkräutern, die einen Wundbrand oder eine Darminfektion lindern konnten. Das Wissen über die Gefahren des Wetters, der Pflanzenwelt und Tiere würde nur sein unmittelbares Naturerlebnis trüben, lautete sein romantisches Credo. Auch den Grizzly‘s wollte er nicht abschauen, welche Früchte unbedenklich gegessen werden können.
Zwei Jahre später, am Ende seiner abenteuerlichen Reise durch die unberührte Natur, haust er arg geschwächt in einem ramponierten Reisebus, den irgendwer mitten in der kargen Steppe zurück gelassen hat. Seine Kräfte schwinden zusehends. Die eisige Kälte des arktischen Winters setzen ihm zu. An wärmendes Feuer ist nicht zu denken, die vereisten dürren Sträucher der Steppe Alaskas geben nicht genug Brennmaterial her. Die Nächte eingerollt im Schlafsack, durchfriert er bibbernd im Halbschlaf und in Fiebertrance. Nur die Sonnenstrahlen tagsüber, können ein wenig Wärme spenden und seine Lebensgeister wecken. Wochenlang ernährt er sich nur von Beeren und Eichhörnchen. Zu wenig, um seinen Kalorienbedarf zu decken und die Beeren sind obendrein giftig. Er hat sie mit einer genießbaren Sorte verwechselt, die ähnlich aussieht. Das Fieber der schleichenden Vergiftung und die unbarmherzige Kälte nagen an seinen Reserven. Ihm ist klar, wenn er jetzt nicht zurück in die Zivilisation geht, überlebt er diesen Winter nicht. Nur dreißig Meilen trennen ihn von der nächsten Stadt. Einzig ein breiter Fluß bildet ein Hindernis. Den muß er überwinden, dann wäre er bald in Sicherheit. Entschlossen geht er los und steigt in den eiskalten Fluß. Doch Schmelzwasser hat den Wildbach in einen reißenden Strom verwandelt. Er wird herumgewirbelt, beinahe fortgerissen, kann sich im letzten Moment am Ufer festhalten und an Land ziehen. Durchnäßt, erschöpft und entmutigt begibt er sich wieder in seine provisorische Behausung und gibt auf. Er weiß nun, er wird sterben, in der Einsamkeit Alaskas. Kurz nach seinem letzten verzweifelten Rettungsversuch wacht er eines Morgens nicht mehr auf. Einige Wochen später finden ihn Jäger im Reisebus. Er soll dagelegen haben als sei er bloß friedlich eingeschlafen, mit einem Lächeln auf den Lippen.
Was er nicht wußte, zwei Meilen oberhalb der Stelle, wo er die Flußüberquerung versucht hatte, teilt sich der Fluß und bildet flache Furten, die problemlos zu durchschreiten gewesen wären, zwei Meilen unterhalb ist ein Seilwinde mit einem Korb gespannt, womit sich die Jäger gefahrlos an das andere Ufer ziehen. Ihm fehlten diese Informationen. Er hatte es auf dem Hinweg abgelehnt, sich von Ortskundigen den tückischen Fluß erklären zu lassen.
Seine Aufzeichnungen und Fotos, die man bei ihm fand, waren die Grundlage für den Abenteuerroman und die Verfilmung seiner Geschichte. Die Reisegeschichte von Christopher Mc Candless, die in der Kälte Alaskas tödlich endete, verleiht ihm posthum Kultstatus.
Seine trotzige Naturromantik und bornierte Verweigerung von Erfahrungswissen brachte ihn viel Bewunderer ein. Auffällig viele sind darunter, die nicht einmal auf die Reisekrankenversicherung verzichten würden, wenn sie ihren Pauschalurlaub buchen.
Andererseits, versetzen wir uns in seine Lage: er war erst 24 Jahre, als er qualvoll starb und zur Erkenntnis gelangte, daß die Urbanisierung der Wildnis, Heizung und Medizin lebenserhaltende Vorzüge hat.
Wie hätten wir uns wohl selbst in seiner ausweglosen Lage empfunden, gefangen in der Natur? Seine Eltern sollen glücklich gewesen sein, als sie die letzte Aufnahme im Angesicht seines nahenden Todes gesehen haben ,,Er hat seinen Frieden gefunden“ sahen sie in seinem Gesicht. Das Foto zeigt ihn in der Mittagssonne, vollkommen ausgemergelt aber mit einer intensiven Ausstrahlung, die alle, die ihn kannten, als tiefe innere Zufriedenheit deuteten. Er winkt mit einer Hand und mit der anderen hält er eine beschriebene Karte in die Kamera, worauf sein Abschiedsgruß notiert ist:
,,I have had a happy life and I thank the Lord. Goodbye and may God bless all‘‘



Kommentare:

- Keine Kommentare zu diesem Eintrag -

 
Die neuesten Gruppen

Die bittere Entscheidung oder die düstere Zukunft Die bittere Entscheidung oder die düstere Zuku...
Je weiter du in den dunklen Wald gehst, desto schwieriger ist es, wieder zu...

Gegenwartsliteratur Gegenwartsliteratur
Hallo, was "abgehoben" klingt, ist einfach mein Wunsch, sich über die Büc...

Feedback & Support Feedback & Support
Wünsche, Anregungen oder sachliche Kritik? Probleme bei Funktionen oder ...

 
Ogmund vs. Grimbald - Das Duell