Zuletzt hier: jetzt onlineMitglied seit: 20.09.2026Geburtstag: 0.5.2000 (26)
Blog-Einträge von AnnaAHLernen
20.09.2026 - 11:57 h
Müde, unkonzentriert, gereizt?
Manchmal sitzt ein Kind vor seinen Hausaufgaben, starrt auf das Blatt und bekommt kaum etwas davon in den Kopf. Es rutscht auf dem Stuhl hin und her, wird bei der kleinsten Frage wütend, oder beginnt wegen einer eigentlich ganz kleinen Schwierigkeit zu weinen.
Und vielleicht denken wir dann zuerst:
„Es kann sich heute einfach nicht konzentrieren.“
Aber was, wenn die Konzentration gar nicht das eigentliche Problem ist?
Ein Grundschulkind verbringt einen großen Teil seines Tages damit, aufmerksam zu sein, zuzuhören, Regeln einzuhalten, sich in einer Gruppe zurechtzufinden, Aufgaben zu bearbeiten und ständig neue Informationen aufzunehmen. Selbst wenn ein Schultag äußerlich ganz normal wirkt, kann er für ein Kind anstrengend gewesen sein.
Wenn es dann nach Hause kommt und noch Hausaufgaben, Üben, oder andere Anforderungen warten, ist manchmal schlicht nicht mehr genug Energie da.
Das kann sich ganz unterschiedlich zeigen.
Ein Kind wird vielleicht unruhig und zappelig, ein anderes zieht sich zurück. Manche Kinder werden schnell wütend, andere beginnen zu weinen, oder behaupten plötzlich, sie könnten etwas überhaupt nicht. Und manchmal wirkt ein Kind einfach nur lustlos, obwohl es eigentlich erschöpft ist.
Müdigkeit sieht bei Kindern nicht immer nach Müdigkeit aus.
Gerade deshalb finde ich es so wichtig, nicht sofort vom Verhalten auf die Ursache zu schließen.
Wenn dein Kind am Nachmittag kaum noch etwas aufnehmen kann, muss das nicht bedeuten, dass es nicht lernen möchte. Vielleicht braucht sein Körper gerade etwas anderes, bevor Lernen wieder möglich wird: Bewegung, Essen, Ruhe, Nähe, oder einfach eine Weile ohne neue Anforderungen.
Das bedeutet nicht, dass wir jede Aufgabe fallen lassen müssen, sobald ein Kind müde ist.
Es bedeutet vielmehr, dass wir den ganzen Menschen anschauen dürfen.
Wie war der Schultag?
Wie viel musste dein Kind heute leisten?
Gab es vielleicht eine schwierige Situation mit anderen Kindern?
Hat es genug gegessen und getrunken?
Wann hatte es zuletzt wirklich eine Pause?
Und vor allem: Wie viel Energie ist heute überhaupt noch da?
Denn Lernen findet nicht losgelöst vom Körper statt.
Ein erschöpftes Kind braucht möglicherweise nicht noch mehr Erklärungen, mehr Übung, oder mehr Motivation, sondern zunächst die Möglichkeit, wieder bei sich anzukommen.
Vielleicht ist deshalb manchmal die beste Vorbereitung auf die Hausaufgaben gar nicht das Öffnen des Heftes.
Vielleicht ist es ein Spaziergang, ein gemeinsames Abendessen, ein paar Minuten auf dem Sofa, oder einfach die Erlaubnis, nach einem langen Schultag erst einmal Kind zu sein.
Und vielleicht können wir dann später feststellen, dass die Aufgabe, die vorher unüberwindbar erschien, plötzlich doch wieder machbar ist.
Nicht jedes Lernproblem braucht mehr Übung. Manchmal braucht es zuerst mehr Erholung.
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Manchmal sitzt ein Kind vor seinen Hausaufgaben, starrt auf das Blatt und bekommt kaum etwas davon in den Kopf. Es rutscht auf dem Stuhl hin und her, wird bei der kleinsten Frage wütend, oder beginnt wegen einer eigentlich ganz kleinen Schwierigkeit zu weinen.
Und vielleicht denken wir dann zuerst:
„Es kann sich heute einfach nicht konzentrieren.“
Aber was, wenn die Konzentration gar nicht das eigentliche Problem ist?
Ein Grundschulkind verbringt einen großen Teil seines Tages damit, aufmerksam zu sein, zuzuhören, Regeln einzuhalten, sich in einer Gruppe zurechtzufinden, Aufgaben zu bearbeiten und ständig neue Informationen aufzunehmen. Selbst wenn ein Schultag äußerlich ganz normal wirkt, kann er für ein Kind anstrengend gewesen sein.
Wenn es dann nach Hause kommt und noch Hausaufgaben, Üben, oder andere Anforderungen warten, ist manchmal schlicht nicht mehr genug Energie da.
Das kann sich ganz unterschiedlich zeigen.
Ein Kind wird vielleicht unruhig und zappelig, ein anderes zieht sich zurück. Manche Kinder werden schnell wütend, andere beginnen zu weinen, oder behaupten plötzlich, sie könnten etwas überhaupt nicht. Und manchmal wirkt ein Kind einfach nur lustlos, obwohl es eigentlich erschöpft ist.
Müdigkeit sieht bei Kindern nicht immer nach Müdigkeit aus.
Gerade deshalb finde ich es so wichtig, nicht sofort vom Verhalten auf die Ursache zu schließen.
Wenn dein Kind am Nachmittag kaum noch etwas aufnehmen kann, muss das nicht bedeuten, dass es nicht lernen möchte. Vielleicht braucht sein Körper gerade etwas anderes, bevor Lernen wieder möglich wird: Bewegung, Essen, Ruhe, Nähe, oder einfach eine Weile ohne neue Anforderungen.
Das bedeutet nicht, dass wir jede Aufgabe fallen lassen müssen, sobald ein Kind müde ist.
Es bedeutet vielmehr, dass wir den ganzen Menschen anschauen dürfen.
Wie war der Schultag?
Wie viel musste dein Kind heute leisten?
Gab es vielleicht eine schwierige Situation mit anderen Kindern?
Hat es genug gegessen und getrunken?
Wann hatte es zuletzt wirklich eine Pause?
Und vor allem: Wie viel Energie ist heute überhaupt noch da?
Denn Lernen findet nicht losgelöst vom Körper statt.
Ein erschöpftes Kind braucht möglicherweise nicht noch mehr Erklärungen, mehr Übung, oder mehr Motivation, sondern zunächst die Möglichkeit, wieder bei sich anzukommen.
Vielleicht ist deshalb manchmal die beste Vorbereitung auf die Hausaufgaben gar nicht das Öffnen des Heftes.
Vielleicht ist es ein Spaziergang, ein gemeinsames Abendessen, ein paar Minuten auf dem Sofa, oder einfach die Erlaubnis, nach einem langen Schultag erst einmal Kind zu sein.
Und vielleicht können wir dann später feststellen, dass die Aufgabe, die vorher unüberwindbar erschien, plötzlich doch wieder machbar ist.
Nicht jedes Lernproblem braucht mehr Übung. Manchmal braucht es zuerst mehr Erholung.
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